← Yoga-Magazin

Atemarbeit

Neun reinigende Atemzüge – ein ruhiger Beginn für den Tag

In verschiedenen tibetischen Übungstraditionen dienen bewusste Atemfolgen dazu, vor der Meditation zur Ruhe zu kommen. Eine bekannte Form arbeitet mit neun Atemzügen. Je nach Übertragung und Schule können Ausführung und Bedeutung unterschiedlich sein. Für den Alltag lässt sich daraus eine schlichte, achtsame Praxis ableiten.

So kannst du beginnen

Setz dich bequem und aufrecht hin. Spüre zunächst den Kontakt zum Boden und lass Schultern, Gesicht und Bauch weich werden. Atme dann neunmal ruhig durch die Nase ein und langsam wieder aus. Versuche nicht, besonders tief zu atmen. Entscheidend ist, dass der Atem angenehm und unangestrengt bleibt.

Bei den ersten drei Atemzügen kannst du körperliche Anspannung wahrnehmen, bei den nächsten drei die Bewegung deiner Gedanken und bei den letzten drei die Offenheit des gegenwärtigen Augenblicks. Du musst dabei nichts beseitigen. Bemerken und Loslassen genügen.

Ein stiller Übergang

Bleib anschließend für einige Momente sitzen, ohne den Atem zu steuern. Beobachte, wie er von selbst kommt und geht. Diese kurze Pause macht aus einer Atemtechnik eine gelebte Praxis: Du schaffst Raum, bevor der Tag seine Richtung vorgibt.

Hinweis: Wenn dir schwindelig oder unwohl wird, kehre zu deinem natürlichen Atem zurück und beende die Übung.

Das könnte Sie auch interessieren

Atemarbeit

Wenn Gefühle eng werden: Mit dem Atem Raum schaffen

Wie bewusstes Ausatmen helfen kann, starke Gefühle wahrzunehmen, ohne sie zu verdrängen oder sich von ihnen mitreißen zu lassen.

Praxis-Tipps

Unterschiedliche Wahrheiten: Tama, Wasto, Tumpak

In der östlichen Weisheitslehre des Prana-Heilens entfaltet sich Erkenntnis in drei Stufen: Tama als buchstabengetreue Richtigkeit, Wasto …

Praxis-Tipps

Die Blaue Perle im Bindu des OM

Das Geheimnis des Royal Yoga Logos: die Blaue Perle als Bindu des unendlichen Bewusstseins. Ein Yantra, das den Geist fokussiert, Intuition …